Leitungssystem

Das Transitgas-Transportsystem besteht aus 292 km Erdgasleitung mit mehreren Stollen, einer Verdichterstation mit Abwärmerückgewinnungsanlagen, einer Messstation sowie diversen Schieberstationen.

Verbindungsleitung aus Frankreich

Im Zuge des Ausbaus des Transitgas-Transportsystems in den Jahren 1997 bis 2003 wurde auch eine Verbindung mit dem französischen Gasnetz geschaffen. Die 36″*-Leitung gelangt bei Rodersdorf in die Schweiz und verläuft im Allgemeinen von Westen nach Osten quer durch das Schweizer Jura, bis sie nach knapp 55 km das vorhandene Leitungssystem in der Station Lostorf erreicht. In Seewen ist eine weitere Zollmessstation der Schweizerischen Gaswirtschaft angeschlossen, über welche Erdgas für den Schweizer Markt entnommen wird.

* 1 Zoll (inch) = 2.54 cm

Die Erdgasleitung

Das Pipelinesystem umfasst heute 131.7 km 48“*-Leitungen und 160.7 km 36“-Leitungen mit einer Rohrwandstärke zwischen 11.9 und 35.3 mm. Es quert das Mittelland und die Alpen von Norden nach Süden mit Verbindung an das französische Erdgasnetz im Westen.

Das Reverse Flow (Gasfluss in Gegenrichtung) erhöht die Flexibilität der Gasversorgung. So kann der Betrieb nun auch Richtung Süd-Nord sowie in allen möglichen Richtungen erfolgen.

* 1 Zoll (inch) = 2.54 cm

Rhein Wallbach

Aus Deutschland kommend unterqueren die beiden Parallelleitungen den Rhein und enden in den Empfangsmolchstationen der Messstation Wallbach. Ihre Durchmesser betragen jeweils 36“*. Die Station wird von zwei 36“-Leitungen verlassen, die weitgehend parallel zueinander bis zur Station Däniken verlaufen. Hier ändert der Durchmesser der einen Leitung von 36“ auf 48“. Die beiden Leitungen führen weiter nach Süden und erreichen die Verdichterstation Ruswil. Entlang des Trassees sind  acht Zollmessstationen der Swissgas angeschlossen, über die Erdgas für den Schweizer Markt entnommen wird.

Verdichterstation Ruswil

Die Verdichterstation Ruswil wird von einer Leitung mit einem Durchmesser von 48″* verlassen und erreicht kurz danach die Molch- und Schieberstation Entlebuch.

Bis hierhin verläuft grösstenteils parallel zu ihr auch noch die frühere 34″-Leitung. Sie endet in der Molchschleuse dieser Station. Diese Leitung wird als Gaszwischenspeicher für die Erdgasmengen benutzt, die in der Verdichterstation Ruswil im Falle einer Druckentlastung frei werden.

Die Alpen

Die 48″-Leitung führt weiter nach Süden. Nachdem sie einen Grossteil der Alpen durchquert hat, gelangt sie zum Grieshornmassiv, wo sie in einem Stollen in 2400 m Höhe italienisches Staatsgebiet erreicht.

Im Oberwallis ist eine weitere Zollmessstation der Swissgas angeschlossen, über die Erdgas für den Schweizer Markt entnommen.

wird.* 1 Zoll (inch) = 2.54 cm

Die Stollen

Die Strecke südlich von Ruswil quert die Alpen, d.h. es mussten unter anderem die drei Gebirgskämme Brienzer Rothorn-Massiv, Grimselmassiv und Grieshorn überwunden werden. Dies war nur mit Hilfe von Stollen in 1500, 1920 bzw. 2400 m Höhe möglich.

Insgesamt umfasst das Leitungssystem 14 begehbare Stollen mit einer Gesamtlänge von 37.4 km. Alle Stollen haben einen Querschnitt von 9 bis 12 m2. Auf einer Seite liegt die Gasleitung, auf der anderen Seite befindet sich ein Kontrollgang. In einigen Stollen befinden sich Schrägschächte mit Längen zwischen 95 und 760 m sowie Steigungen von 41 bis 85%.

Schieberstationen

Entlang der gesamten Erdgasleitung befinden sich in Abständen von max. 15 km Stationen, in denen fernsteuerbare Schieber zur Unterbrechung des Gasflusses eingebaut sind.

Alle Streckenschieber sind mit einem Antrieb ausgestattet, der seine Antriebsenergie vom Gasdruck der Leitung erhält. Der Gasantrieb ermöglicht – selbst bei Unterbrechung der elektrischen Versorgung – jederzeit ein Zufahren der Schieber.